Fahrzeuge


Ich fahre ausschließlich mit den digitalen Fahrzeugen von Carrera im Maßstab 1:32. Mittlerweile habe ich eine recht umfangreiche Fahrzeugflotte. Es dürften so um die 30 Fahrzeuge sein. Diese kleinen Flitzer sind zwar sehr robust, jedoch auch wartungsintensiv. Auf jeder Carrerabahn sammelt sich Staub, Flusen usw. die natürlich beim Fahren auf der Bahn in die Autos gelangen. Haare oder Fusseln wickeln sich um die kleinen Achsen der Räder. Im ungünstigsten Fall kann sich das auch auf das Fahrverhalten der Fahrzeuge auswirken. Man muss bedenken - 10 Runden auf einer 100m langen Rennbahn - da hat so ein kleiner Flitzer mal kurz einen Kilometer hinter sich gelassen und das geht Ruckzuck.

Also heißt das Thema - Fahrzeugwartung. Nach jedem Rennen - oder davor, werden die kleinen Flitzer kurz aufgeschraubt. Die Achsen von Haaren und Fusseln mittels Pinzette befreit. Ein Minitröpfchen gutes Nadellageröl ist bei den kleinen Bronzelager wichtig. So können viele Runden damit gefahren werden, bis dann doch irgendwann einmal eine Achse getauscht werden muss. Hier bietet Carrera aber eine gute Ersatzteilliste an. Für alle Fahrzeuge gibt es Ersatzachsen und diverse Ersatzteile. Ab und an muss trotzdem einmal ein Fahrzeug komplett von innen gereinigt werden. Entweder mit einem kleinen Pinsel oder seeeehr vorsichtig mit einem Minikompressor (max. 1-2 Bar) ausblasen.

Die Reinigung der Bahn - insbesondere wenn diese so lang ist wie meine - kann recht aufwendig werden. Abhilfe schafft da mein Mercedes. Ein kleiner Drahtbügel mit aufgestecktem Swiffertuch und schon bekommt der Ausdruck "Straßenreinigungsfahrzeug" eine ganz neue Bedeutung. Zwei Runden langsam über die Strecke - jede Spur einmal - und schon ist ein großer Teil von Staub und Fusseln weg. Man(n) glaubt nicht, was sich da so ansammelt.


Ich habe so eine Art "Codex" bei meinen Fahrzeugen. Der Originalmotor bleibt drin. Also was kann man noch ändern? Reifen zum Beispiel - und das mache ich auch. Ich verwende auf der Hinterachse ausschließlich "Ortmannreifen". Diese kleinen Siliconreifen sind "schleifbar". Und das muss auch sein, denn die Kunststofffelgen der Fahrzeugräder sind alles andere als rund. Also - Hinterachse ausbauen, original Carrerareifen runter, passende Ortmannreifen drauf (für fast jedes Fahrzeug gibt es passende Reifen), und die Achse dann auf eine kleine, extra dafür gebaute "Reifenschleifmaschine" einspannen. Nun werden die Reifen vorsichtig mit unterschiedlicher Schleifpapierkörnung "feinstgeschliffen". Eine kleine Sauerei durch den Schleifstaub des Gummis ist unvermeidbar, jedoch nicht weiter schlimm - es gibt Staubsauger. Der anschließende Effekt beim fahren mit dem Fahrzeug ist unglaublich....... Hier purzeln die Sekunden. Eine wesentlich verbesserte Straßenhaftung ist der Erfolg dafür.


Gut - man könnte meinen das reicht. Es reicht NICHT !!! Etwas - und das ist aber auch das letzte, was ich an den Fahrzeugen verändere - sind die beiden Magnete am Fahrzeugboden. Sie sind dafür vorgesehen, das Fahrzeug besser in der Spur zu halten. Einige Liebhaber bauen sie aus, um in den Kurven schön zu "driften". Ich drifte nicht - ich gebe Gas !!! Also müssen stärkere Magnete eingebaut werden. Dazu gibt es Magnete mit unterschiedlicher Haftkraft. Bei jedem Fahrzeug muß ich experimentieren, welche am besten funktionieren. Zu starke Magnete belasten den kleinen Antriebsmotor und machen das Fahrzeug langsam, weil es durch die beiden in den Schienenteilen eingebrachten "Halbedelstahlschienen" zu stark haftet. Zu wenig Haftkraft lässt das Fahrzeug zwar gut beschleunigen, hat aber eine schlechte "Haltungsnote" in den Kurven - d.h. es fliegt raus ..... Es muss also ein gutes Mittelmaß gefunden werden. Selbst bei gleichen Fahrzeugtypen kann man nicht immer die gleichen Magnete einsetzen. Zehntel, ja schon Hundertstel anders angeschliffene Hinterreifen geben dem Fahrzeug ein ganz anderes Fahrverhalten.


Um ein halbwegs realistisches "Haftverhalten" der beiden Magnete am Fahrzeugboden zu erhalten, habe ich mir eine Fahrzeugwaage gebaut um einen "Magnethaftwert" zu ermitteln. Benötigt wird dafür eine digitale Briefwaage, ein passend zugeschnittenes Schienenstück (das auf der Waage verklebt  wird) und zwei Flacheisen, die im Schienenboden verklebt werden um die Waage zu beschweren. Selbstverständlich kann man damit auch das Gewicht der Fahrzeuge ermitteln, aber das war nicht der Hauptgrund.

Das Fahrzeug mit den verbauten Magenten auf die Schiene setzen und die Waage tarieren (0 Gramm). Dann langsam das Fahrzeug am Heck anheben, bis es sich von der Schiene lößt. Dabei die Digitalanzeige der Waage im Auge behalten. Der angezeigte Wert (in Gramm) wird dabei "negaitv", also mit einem Minuszeichen, angezeigt. Der Wert, bei dem sich das Fahrzeug von der Schiene lößt ist der Magnethaftwert. Bei baugleichen Fahrzeugen sollten dabei die Werte nahegehend gleich sein, um ein vergleichbares Fahrverhalten zu erzielen. Unterschiedlich starke Magnete oder unterschiedlich geschliffene Reifendurchmesser werden auch einen unterschiedlichen "Magnethaftwert" ergeben.